Unterstützung der Eigenständigkeit der Frauen in Mandjinao

Standort: Mandjinao, Gemeinde Bouroum-Bouroum (Burkina Faso).
Status: In Ausführung
Dauer: 2021

Projekt zur Unterstützung der Eigenständigkeit der Frauen in Mandjinao

Finanzierung mit Eigenmitteln von CIM Burkina.: 7.175 Euro
Finanzierungsbedarf: 8.500 Euro

Die Frauengruppe von Mandjinao nennt sich ''Sitouri'', ein Lobiri-Wort, das ''Wir sind akzeptiert'' bedeutet, und wurde am 15.10.2010 unter dem Dach der APFG (Association for the Promotion of Women in Gaoua) gegründet. Die APFG ist ein einflussreicher Frauenverband, der in vielen Bereichen für die Rechte der Frauen eintritt und einer unserer wichtigsten Partner ist.

Wo befindet sich dieses Projekt?

Mandjinao ist ein Dorf, das 4 km von Bouroum-Bouroum entfernt liegt, einer ländlichen Gemeinde 20 km von Gaoua, der Hauptstadt der südwestlichen Region von Burkina Faso. Bouroum-Bouroum liegt 350 km von der Hauptstadt Ouagadougou und 200 km von Bobo-Dioulasso, der zweitgrößten Stadt in Burkina Faso, entfernt.

Über einen deutschen Verein und mit Unterstützung der APFG wurde vor drei Jahren ein 1 Hektar großer Garten für die Frauen von "Sitorui" angelegt. Dieser Garten wird von den 80 Frauen des Vereins genutzt, was ihnen einerseits ganz diskret hilft, die Ernährung ihrer Haushalte zu verbessern, andererseits soll daraus eine rentable Tätigkeit werden, die es ihnen ermöglicht, ihre Lebensbedingungen zu verbessern, um die Kosten für die Schulbildung ihrer Kinder bezahlen zu können. Die Idee dieses Projektes ist es, eine Mühle zu errichten, ein Lagerhaus und einen Brunnen zu bauen, sowie verschiedene Werkzeuge und Utensilien zur Verfügung zu stellen sowie die Schulung im Bereich Gartenbau.

Die Zufahrtswege zu den verschiedenen umliegenden ländlichen Gebieten sind kompliziert, da sie nicht asphaltiert sind und eine grundlegende Infrastruktur fehlt. Wasser und Strom gibt es nur in den städtischen Gebieten, die am dichtesten besiedelt sind und selbst dort nicht überall. In Mandjinao gibt es gar keinen Strom.

Wie in den meisten Ländern des Südens verlangt die Ungleichheit zwischen den Geschlechtern beim Zugang zu Bildung, Grundbesitz und der Ausübung persönlicher Rechte einen besonderen Umgang und eine entsprechende Sensibilität für die Belange der Allgemein- und Berufsbildung der Frauen. Sie sind die eigentliche Stütze der Familien, sowie der Rückhalt für das alltägliche Miteinander ihrer Kinder.

Die ländliche Gemeinde Bouroum-Bouroum sieht sich mit einigen Schwierigkeiten konfrontiert, unter anderem mit dem latenten Problem der Parzellierung (Blockaden bei der Zuteilung von Grundstücken), der Erfassung des traditionellen Marktes, der Bewältigung von Landstreitigkeiten und schwerwiegenen Wasserproblemen. Der derzeitige Bürgermeister, Koko Momo, der am 16. Juni 2017 nach den Zusatzwahlen in sein Amt gewählt wurde, appelliert an alle Bewohner der Stadt, sich für Projekte zur Entwicklung des ländlichen Raums zusammenzuschließen, wie das, das wir jetzt hier vorstellen.

Die Frauen von Mandjinao befinden sich in einer sehr prekären Situation, mit einer Subsistenzwirtschaft, die durch den Gemüsegarten gestützt wird, den die APFG zusammen mit einer deutschen NRO im Jahr 2017 angelegt hat und der ihnen kaum genug für die Existenzsicherung gibt. Es wird so eine gewisse Versorgung mit Lebensmitteln garantiert, was allerdings weit von einer realen Entfaltungsmöglichkeit entfernt ist, solange die Mittel knapp sind.

Was wird benötigt?

Mit dem Bau eines Brunnens, einer Mühle und eines Lagerhauses (sowie der Intensivierung der Schulung) eröffnen sich deutliche und effektive Entwicklungsmöglichkeiten.
Im Folgenden haben wir zwei Videos: eines mit einem kurzen Überblick über den Garten; das andere ist ein Interview über die angesprochenen Bedürfnisse.

https://youtu.be/g0mFZ6bldsw

https://youtu.be/BM8NHSfGHMY

Der Wassermangel in der Umgebung zwingt diese Frauen, täglich zwischen 5 und 7 km zu laufen, um das für die Bewässerung des Gartens benötigte Wasser zu holen. Dies ist nicht nur ein erheblicher Arbeitsaufwand, der im Laufe der Jahre ernsthafte Gesundheitsprobleme verursacht, sondern auch ein großer Zeitverlust und damit ein Mangel an Effektivität und Produktivität, was zur Folge hat, dass der Garten nicht richtig bewirtschaftet werden kann. Die Zeit, die für das Wasserholen aufgewendet wird, könnte für eine bessere und engagiertere bewirtschaftung des Gartens oder für Schulungen verwendet werden, die die APFG regelmäßig zum Thema Gartenbau anbietet. Abgesehen davon verbessert der Zugang zu Trinkwasser zweifelsohne die allgemeinen Hygiene-Bedingungen in der Gemeinde. Obwohl die Bedeutung von sauberem Trinkwasser für Gesundheit und Hygiene allgemein bekannt ist, werden in diesen Zeiten die Folgen, die eine Pandemie vom Kaliber des Covid19 auf eine Bevölkerung haben kann, der das Grundlegendste fehlt: Wasser, auf fast beschämende Weise deutlich. Aus diesem Grund und dank der Spenden von Mitgliedern konnten wir den Brunnen finanzieren, der sich nun im Bau befindet.

https://youtu.be/YluMQKb4jBk

Der Bau der Mühle ermöglicht es, auch Mais, Hirse, die eßbaren Blätter bestimmter lokaler Bäume und Pflanzen (Baobab, Moringa, Neré), Erdnüsse, Tigernüsse usw. zu mahlen und auf dem lokalen Markt anzubieten. Um diese Produkte zu verkaufen, muss man derzeit zur Mühle in Bouroum-Bouroum laufen (die, wie oben beschrieben, 4 km von Mandjinao entfernt liegt), für die Benutzung zahlen und zurück nach Mandjinao laufen. All dies lässt die Rentabilität, die durch den Verkauf dieser Produkte erzielt werden könnte, verpuffen.

Die Mühle läuft mit einem kleinen Motor, der mit den üblichen lokalen Brennstoffen betrieben wird, mit der Idee, in einer nächsten Phase des Projekts kleine Solarpaneele zu installieren, die genug Energie für den Betrieb der Mühle erzeugen.
Und nicht zuletzt ist das Bestehen eines Lagers zusammen mit den beiden vorgenannten Komponenten von grundlegender Bedeutung, um wirklich in der Lage zu sein, den Umsatz, und damit den Gewinn erheblich zu steigern und eine nachhaltige ländliche Landwirtschaft zu betreiben. Aufgrund des Klimas in der Region und des Fehlens eines Lagerplatzes müssen die Produkte nach der jeweiligen Ernte verkauft werden, ohne die Möglichkeit, Großhandelsverkäufe auf den Märkten der benachbarten Ortschaften anbieten zu können. Mit dem jetzigen Betrieb können nur geringe Mengen auf dem lokalen Markt von Mandjinao für den täglichen Bedarf der Familien (die praktisch die gleichen sind) verkauft werden, oder sie begeben sich auf den Markt von Bouroum-Bouroum bzw. im besten Fall auf den 12 km entfernten Markt von Gaoua, immer zu Fuß, in der Hoffnung, auf diesen Märkten die Tagesproduktion zu verkaufen. Das macht die Tätigkeit völlig ineffizient und ist für die Frauen des Vereins äußerst mühsam.

Mit dem Lager könnten viele landwirtschaftliche Produkte an Ort und Stelle an Großhändler verkauft werden, die in vielen Fällen aus Ghana kommen (ca. 18 km entfernt, angesichts der Nähe der Grenze und der Tatsache, dass viele Händler grenzüberschreitend tätig sind, um ihre Produkte zu kaufen), und an die Frauen, die auf dem Markt von Gaoua verkaufen, die ihre Produkte in Diébougou kaufen (50 km entfernt, viel weiter als Bouroum-Bouaoua). Die Produkte könnten auch an andere Händler auf dem lokalen Markt verkauft werden, wodurch man zusätzlich zum Großhandel nicht mehr diese beschwerlichen Strecken zurücklegen müsste. Auch an diese Händler könnte man die in der eigenen Mühle gemahlenen Produkte verkaufen.

Das Dreigestirn der genannten Komponenten (Brunnen, Mühle und Lager) für die globale Umsetzung des Projekts, das gleichzeitig auch durch einen besonderen Augenmerk bei der Ausbildung unterstützt wird, garantiert eine wirtschaftliche Entfaltung, die über die bloße Subsistenz hinausgeht, die menschenwürdige Lebensbedingungen garantiert und die es erlaubt, für die Schulbildung der Kinder aufzukommen sowie die Kosten für die gesundheitliche Versorgung der ganzen Familie zu tragen. All dies kommt der nachhaltigen Entfaltung der gesamten Bevölkerung zugute.